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iTunes Match

iTunes Match

Kategorie Musik, Tech
Verfasser
Datum Januar 13, 2012

 

Seit dem 16. Dezember ist Apples “iTunes Match” Service auch in Deutschland verfügbar. Es handelt sich dabei um einen 25€/Jahr Service, der es erlaubt, die eigene Musikdatenbank mit den Liedern in Apples Datenbank abzugleichen und so seine ganze Musikbibliothek in der Cloud zu speichern. Lieder die nicht abgeglichen werden können, werden hochgeladen. Der User hat dadurch nicht nur ein Cloud-Backup seiner gesamten Bibliothek, sondern kann zudem noch alle Tracks kostenlos auf mobilen Apple Endgeräten wie dem iPhone abspielen.

Wie es funktioniert

iTunes Match unterscheidet sich dabei von ähnlichen Angeboten wie Google’s Musikservice (derzeit nur in den USA verfügbar) oder dem Amazon Cloud Player. Bei beiden muss die eigene Musik an Google bzw. Amazon hochgeladen werden und steht dann dort zum Abspielen bereit. Bei iTunes Match wird die eigene Musik analysiert und mit der Musik auf Apples Servern abgeglichen. Die Lieder, bei denen dieser “Match” (englisch für “Abgleichung” / “Findung eines Gegenstücks”) erfolgreich war, müssen nicht hochgeladen werden. iTunes merkt sich lediglich, dass sich dieser Titel in eurer Bibliothek verfügbar ist. Dieses Matching bringt zwei wesentliche Vorteile:

  • Das Hochladen entfällt (bei einigen Gigabyte an Musik und einer langsamen Internetverbindung kann ein Upload mehrere Tage dauern).
  • Die Lieder auf Apples Servern liegen als 256 kbit/s AAC vor. Bei einem erfolgreichen Match kann der Benutzer diese qualitativ hochwertige Datei herunterladen. Auch, wenn das Ausgangsmaterial auf dem eigenen Rechner ursprünglich in niedriger Qualität vorlag.
    Die Lieder sind übrigens DRM-frei, können also wie eine MP3 Datei hin- und her kopiert werden.

Match abonnieren

Bevor es losgeht, muss man den Service zunächst abonnieren. Nachdem man iTunes auf die neuste Version aktualisiert hat (Windows oder Mac), sollte man links bereits einen neuen Menüeintrag in iTunes sehen. Mit wenigen Klicks hat man Match dann für 24,99€ (pro Jahr) abonniert. Das Abo verlängert sich, sofern man nicht kündigt, jährlich um ein weiteres Jahr.

Für die Pfennigfuchser: Es ist möglich, die gematchten Lieder vor der Kündigung des Abos komplett herunterzuladen und lokal zu speichern. Da die Lieder nicht DRM geschützt sind, behalten sie auch nach der Kündigung ihren kompletten Funktionsumfang. Es erlischt nach der Kündigung allerdings die “iTunes in the Cloud” Funktion: Man verliert die Möglichkeit, auf mobilen Endgeräten auf die Lieder in der Cloud zuzugreifen.

Match das erste Mal starten

Nachdem ihr Match gekauft habt, beginnt iTunes sofort damit, eure Bibliothek zu analysieren und mit Apples Datenbank abzugleichen. Hierbei schaut iTunes nicht nur auf den Titel und die Tags eurer Lieder, sondern zieht auch weitere Kriterien heran. heran. Welche Elemente genau zu einem erfolgreichen Match führen, gibt Apple nicht preis. Es ist allerdings anzunehmen, dass neben der Abspieldauer auch die Wellenform herangezogen wird.

Selbst schlecht verschlagwortete Lieder können demnach gefunden werden. Eine Datei namens “13-beatles-jude.mp3″ kann also dem korrekten Lied “The Beatles – Hey Jude” zugeordnet werden, ohne dass vorher die Tags bereinigt werden müssen.

Der Match Prozess besteht aus 3 Schritten.
  • Im ersten Schritt wird eure Bibliothek Analysiert.
  • Im zweiten Schritt werden die Lieder, welche erfolgreich einem Lied in Apples Bibliothek zugeordnet werden können, als “gefunden” markiert. Die ersten beiden Schritte dauern – abhängig von der Größe eurer Bibliothek – nur einige Minuten.
  • Im dritten Schritt werden alle Lieder die nicht gematched werden konnten, an Apple hochgeladen. Dieser Schritt dauert bedeutend länger.
Sobald der Mediathek neue Lieder hinzugefügt werden, beginnt der Prozess für die neuen Lieder erneut. Um dies manuell zu erzwingen, kann man den Match Prozess über “Store” – “iTunes Match aktualisieren” erneut starten.

Bestandsaufnahme nach dem ersten Match

Noch während die restlichen ~25% hochgeladen werden, kann man sich den Fortschritt des Prozesses anschauen. In eurer Musikbibliothek erscheint neben jedem Lied nun ein Symbol. Zusätzlich kann man eine “iCloud Status” Spalte anzeigen lassen, indem man mit der rechten Maustaste auf eine Spaltenüberschrift klickt und den Haken bei “iCloud Status” setzt. Zudem kann man hier auch gleich die Spalte “Datenrate” anzeigen lassen.

Im folgenden sind die verschiedenen Symbole und ihre Bedeutung kurz erklärt. Eine englisch Beschreibung findet man übrigens direkt bei Apple.

 Ungeeignet

Das Lied kann nicht für iTunes Match genutzt werden. Meistens liegt dies an einer unzureichenden Datenrate. Ein Workaround ist hier die lokale Konvertierung in eine AAC Datei (Rechtsklick auf das Lied > in AAC konvertieren). Das funktioniert allerdings nicht immer. Weitere mögliche Ursachen beinhalten fehlerhaftes Rippen von CD oder Beschädigungen an der Datei. Dieser Status tritt nach meinen Tests nur bei wenigen vereinzelten Tracks auf.

 Fehler

Auch hier ist oftmals die Datei defekt. Ein erneutes Laden der Datei in iTunes kann helfen. Dieser Status tritt nach meinen Tests nur bei wenigen vereinzelten Tracks auf.

 Entfernt

Dieser Status tritt auf, wenn das Lied von der Festplatte gelöscht wurde, bevor der Match abgeschlossen wurde.

 Duplikat

Dieses Lied befindet sich bereits in der Bibliothek. Das Lied kann entweder über die reguläre “löschen” Funktion oder über einen Klick auf das Duplikat-Symbol gelöscht werden.

 Warten

Dieser Status tritt besonders anfangs auf. Nachdem Schritt 1 und 2 (s.o.) abgeschlossen sind, erhalten alle Lieder, due nicht gematched werden konnten, diesen Status und reihen sich in die Warteschlage zum Upload ein.

 Gefunden

Wurde ein Lied erfolgreich gematched, erhält es den Status “gefunden”. Das lokal auf der Festplatte gespeicherte Lied wurde nicht entfernt. Daher taucht das Wolkensymbol, über welches sich das Lied von Apples Servern herunterladen lässt, noch nicht und man sieht als Datenrate noch die Bitrate des ursprünglichen Liedes.

 Gefunden

Löscht man ein gefundenes Lied (über die reguläre “Löschen” Funktion), wird die lokale Datei in den Papierkorb verschoben. Der Status bleibt “gefunden”, allerdings lässt sich das Lied nun über das Wolkensymbol in hoher Qualität von Apples Servern herunterladen.

 Übertragen

Wurde ein Lied nicht gematched, sondern lediglich hochgeladen, erhält es den Status “übertragen”. Das lokal auf der Festplatte gespeicherte Lied wurde nicht entfernt. Daher taucht das Wolkensymbol, über welches sich das Lied von Apples Servern herunterladen lässt, noch nicht auf.

 Übertragen

Löscht man ein übertragenes Lied (über die reguläre “Löschen” Funktion), wird die lokale Datei in den Papierkorb verschoben. Der Status bleibt “übertragen”, allerdings lässt sich das Lied nun über das Wolkensymbol in von Apples Servern herunterladen. Im Unterschied zu “gefundenen” Liedern, kann man allerdings lediglich exakt die Datei herunterladen, welche auch vorher an Apple hochgeladen wurde. Daher liegt das Lied auch nach dem erneuten Download nur in der Bitrate vor, in welcher es auch hochgeladen wurde.

Match auf weiteren Geräten

Sobald dieser Prozess beendet ist, lohnt es sich Match auf weiteren Geräten (mit der selben Apple ID) zu aktivieren. Die Bibliothek auf jedem Gerät wird durch die Match Bibliothek ersetzt. Die Einstellung findet sich in den Settings unter “Musik”.  Somit lässt sich die Musik zwischen diversen Macs und PCs (mit iTunes), Apple TVs, iPods, iPhones und iPads synchron halten. Egal auf welchem der aktivierten Geräte zukünftig  ein Lied gekauft oder in die iTunes Mediathek importiert wird, es steht wenige Minuten auf allen anderen Geräten zum Stream oder Download bereit.

Das Streamen / Herunterladen der Lieder erfordert selbstverständlich eine aktive Internetverbindung (egal ob lokales oder mobiles Datennetz). Je nach Geschwindigkeit stellt man eine kleine Verzögerung von Klick bis zum ersten Ton fest. Bei Playlisten wird das jeweils nächste Lied vorgeladen, sodass mehrere Tracks ohne Pause hintereinander abgespielt werden. Vor langen Phasen ohne Verbindung (auf Reisen ins Ausland, im Flieger, etc.) empfiehlt es sich, vorher Lieder über das Cloud Symbol herunterzuladen, sodass sich die Lieder auch ohne Empfang lokal abspielen lassen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ungefähr 75% der eigenen Lieder per Match gefunden werden.

Limitationen

So gut Match auch meistens funktioniert gibt es einige Limitationen:

max. 25.000 Songs 
Voraussetzung für iTunes Match ist, dass die eigene Bibliothek 25000 Lieder nicht überschreitet. Sollte man tatsächlich mehr Lieder besitzen, lässt sich iTunes Match nicht nutzen (auch nicht für de ersten 25000 Songs).

Mismatch
Auch wenn ich es persönlich noch nicht festgestellt habe, kann es vorkommen, dass Lieder falsch gematched werden. So wird eine Live Version beispielsweise zu einer normalen Studio Version. Dies kommt allerdings selten vor. Es empfiehlt sich in jedem Fall, eine Sicherungskopie der Bibliothek anzulegen.

Missing Match
Weitaus häufiger kommt es vor, dass Lieder nicht gematched werden. Hierzu finden sich zahlreiche Berichte in Apples Support Foren und Usergroups. So kann es vorkommen, dass Lieder eines Albums bis auf eines gematched werden. Das fehlende Lied wird scheinbar erkannt (korrektes Cover), aber nicht gematched. aptgetupdate hat eine schöne Theorie, nach welcher Lieder im iTunes Store nicht zwangsläufig auch die Lieder für iTunes Match sind.

Tags
Match erkennt zwar eure Lieder, allerdings verändert es nicht die Tags, welche ihr den Liedern gegeben habt, als sie noch auf eurer Festplatte waren. Für Leute, die ihre Tags gut gepflegt haben, ist das ein Segen. Für Leute, die gern die bei Apple hinterlegten Tags übernehmen würden, ist es schade. Abhilfe schaffen verschiedene Tools – das beste, das mit untergekommen ist, nennt sich matchtag und ist mindestens bis Ende Februar kostenlos erhältlich.

Absolution für Piraten und Filesharer?

Viele Benutzer fragen sich vielleicht, was mit Liedern passiert, die man illegal über Tauschbörsen bezogen hat. Die Antwort hierauf setzt sich aus Fakten und Spekulationen zusammen. Fakt ist, dass iTunes auch raubkopierte Lieder matched. Technisch macht es also keinen Unterschied, ob das Lied aus legalen oder illegalen Quellen stammt. Fakt ist weiterhin, dass das matchen einer Raubkopie keine Absolution im rechtlichen Sinne ist. Das Lied wurde illegal bezogen, daran ändert sich auch mit Match nichts.
Man kann nun darüber spekulieren, was mit offensichtlichen Raubkopien passiert, wenn also zum Beispiel der Tag “downloaded from illegalmusicdownload-service.com” nach wie vor im Comment Feld des ID3 Tags steht. Apple hätte technisch die Möglichkeit, diese Informationen an einen Anwalt zu übergeben. Dieser müsste allerdings viel Arbeit aufwenden, um den illegalen Download nachzuweisen. Zudem hat Apple wohl kein Interesse daran, private Daten ihrer Nutzer herauszugeben.  Ich bin kein Rechtsexperte, aber nach meinem laienhaften Verständnis kann Apple auch nicht dazu verdonnert werden, solange es keinen deutlichen Verdacht gibt.

Weitergabe von gematchten Liedern
Die Weitergabe von gematchten Lieder ist einerseits illegal (zumindest, wenn es über einen kleinen privaten Rahmen hinausgeht), und zweitens nicht ratsam. Nach dem Match wird die Header Information der Lieder von Apple modifiziert und so ein “digitales Wasserzeichen” eingefügt. Weitere Informationen findet man in einem TechCrunch Artikel.

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